BauchgefühlFehlerquellen: Ratio versus Körperbewusstsein

Kleinkinder sind frei von rationalem „Ballast“. Ihr Verhalten, ihre Einstellungen und Entscheidungen sind pragmatisch und opportunistisch. Wie die Evolution selbst. Ihre Ziel ist der Selbsterhalt innerhalb des Familiensystems und der Absicherung des eigenen Status darin. Können sie ihre Strategien erfolgreich umsetzen ist das ein Ausdruck von Lebenstüchtigkeit. Erwachsene Menschen spalten sich zunehmend von den ursprünglichen Systemen ab und erheben die Rationalität über alles andere.

Sie glauben, sie seien auf der sicheren Seite, wenn sie sich vom Verstand leiten lassen, konkrete Ziele anpeilen und detaillierte Pläne entwickeln, um diese zu erreichen. Sie denken, dass sie dann weniger Fehlentscheidungen treffen. Das erweist sich häufig als Irrtum.

Vertrauen auf das, was wir sind

Sie misstrauen ihren Instinkten. Auch deswegen, weil sie diese so oft fehl interpretieren. Weil sie verlernt haben, sie überhaupt wahrzunehmen. Aber sie können dieser Instanz nicht entrinnen. Weil die Entscheidung dort meist schon gefallen ist, bevor wir damit beginnen, nachzudenken. Die menschliche Evolution war ja gerade deshalb so erfolgreich, weil unsere Körpersysteme uns geholfen haben, gute und nützliche Entscheidungen zu treffen. Wir dürfen uns ihnen ruhig anvertrauen, denn Instinkte, Emotionen und Intuition sind dem Verstand oft überlegen. Sie beraten uns gut, denn in unserem Körper sind alle Erfahrungen gespeichert, die Menschen gemacht haben. Die uns zu dem gemacht haben, was wir sind.

Bauch- oder Kopf - Welche Entscheidungen sind besser?

Unser logischer Verstand ist überaus wertvoll. Er ergänzt das Wissen unseres Körpers und ist ein wichtiges Korrektiv. Der rationale Verstand ist besonders dann nützlich, wenn wir nicht auf Erfahrungswerte bauen können bzw. wenn eine objektive, sachliche Betrachtungsweise notwendig ist. Aber auch Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“ sind gut. Besonders dann, wenn wir nicht auf vorhandene Informationen und Erfahrungen zurückgreifen können.

Evolution und Bewusstsein

Hat Evolution ein Ziel?

BewusstseinEvolution und Bewusstsein

Irgendwann im Laufe der Evolution entwickelte sich auch das Bewusstsein des Menschen. War Bewusstsein nur eine Laune, eine Spielerei der Natur? Offenkundig ist Bewusstsein bei der Anpassung unserer Art an die uns umgebende Lebenswelt in irgendeiner Weise nützlich. Wenn das nicht der Fall wäre, wäre das Bewusstsein nämlich längst in einer Sackgasse der Evolution gelandet. Was nicht zweckdienlich ist, wird verworfen. Es ist also auch nicht ausgeschlossen, dass Bewusstsein verworfen wird, wenn es sich als hinderlich für unser Überleben erweist.

Überlebens-Vorteil dank Bewusstsein?

Dank seiner Intelligenz gepaart mit Bewusstsein kann der Mensch strategisch planen. Er kann sich sogar seinem genetischen Programm willentlich entziehen. Er muss sich beispielsweise nicht zwangsläufig reproduzieren.

Das Überleben des Menschen setzt eine stark ausgeprägte soziale Intelligenz voraus, denn seine Nachkommen bedürfen über viele Jahre hinweg der intensiven Betreuung. Bewusstsein macht es möglich, dass er nicht nur genetische Programme automatisch abspult, sondern eigenständige Entscheidungen treffen kann. Das verschaffte uns Menschen einen erheblichen Vorteil gegenüber anderen Arten: Er ist seither in der Lage, Informationen effektiver, sinnvoller und zielgerichteter zu verarbeiten. Er kann zum Beispiel Freunde von Feinden unterscheiden, indem er die Absichten seines Gegenübers einschätzt deren Ziele. Damit stiegen unsere Überlebenschancen enorm.

Gleichzeitig begann der Mensch allerdings, sich anderen Arten gegenüber überlegen zu fühlen. Er stellte seinen Verstand über die althergebrachten Informationsverarbeitungssysteme seines Organismus - Instinkte, Emotionen und Intuition. Obgleich er sich auch heute noch in den Kinderschuhen seiner Entwicklung befindet. Gemessen an seinem Wissen über die Funktionsweise von Bewusstsein und Gehirn, das Zusammenwirken körperlicher und geistiger Systeme, die Gesetze der Natur und der Evolution.

Ist die Evolution zielgerichtet?

Fehlerquellen: Ratio versus Körperbewusstsein

evolutionHat Evolution ein Ziel?

Der französische Genetiker François Jakob sagte, die Evolution sei ein Bastler. Sie verwende einfach das verfügbare Material und bastle daraus Neues. Nach den Prinzipien des Zufalls, der Notwendigkeit, der Selektion oder der Mutation. Evolution ist weder vorherbestimmt noch berechenbar. Evolution hat keinen Plan. Kein Ziel.

Die Grundlagen unserer Existenz: Irrtum und Fehler

Alles ist beständig im Fluss. Die Veränderung ist der Motor der Evolution. Kleine Fehler bei der Reproduktion führen zu immer neuen Variationen des Lebens. Evolution hat kein Ziel. Sie kennt auch keine Perfektion und keine Moral. Evolution wertet nicht. Der Mensch hat keinen höheren Status als die Amöbe. ie Auswahl der Arten, die überleben, folgt rein pragmatischen Kriterien:

Wer gut an die Lebensumstände angepasst ist, überlebt. Alles andere wird verworfen. Wir verdanken unsere Existenz dem Zufall. Einer Aneinanderreihung kleiner Fehler. Ohne sie wären wir heute noch Amöben. Evolution kennt keine sinnlosen Versuche. Der Irrtum ist Teil des Phänomens. Das Leben einzelner Menschen ist ein winziges und unbedeutendes Sandkorn in den Dimensionen der Evolution. An Bedeutung gewinnen diese Naturgesetze überhaupt nur durch die Entwicklungsgeschichte unserer Art im Ganzen gesehen.

Wozu überhaupt Intelligenz?

Intelligenz erwies sich als Vorteil für Entwicklung und Bestand einiger Arten. Homo faber verändert seine Umwelt aktiv und zielgerichtet und baut so seine Überlebensvorteile systematisch aus. Auch einige Tiere setzen Werkzeuge planvoll ein und erweiterten so ihren Grad der Anpassung.

Auch Schwarm-Intelligenz ist eine sehr erfolgreiche Überlebensstrategie: Ameisen kooperieren arbeitsteilig wie ein einziger Organismus. So konnten sie ihren Lebensraum über den gesamten Planeten ausbreiten und Mitbewerber verdrängen. Sie haben eine Art inneren Plan. Von ihrer unmittelbaren Umgebung, den Mitgliedern des eigenen Stammes und deren Funktion. Sie verfolgen ein Ziel, das allem übergeordnet ist: Das Überleben der Königin und damit der eigenen Art. Diese Strategien sind Teile des genetischen Programms. Keine verstandesmäßig gesetzten Ziele. Denn die setzen Bewusstsein voraus.

Evolution und Bewusstsein

Fehlerquellen: Ratio versus Körperbewusstsein

obst gemueseStarkes Immunsystem - Speiseplan für einen Tag

Diese Nahrungsmittel solltest du jeden Tag essen:

  • Obst und Gemüse,

  • Vollkornprodukte,

  • Milchprodukte.

Fleisch und Fisch sind nachrangig. Das muss nicht jeden Tag auf den Tisch.

Fünf am Tag

Idealerweise ist du fünf Portionen Obst und Gemüse über den Tag verteilt. Das Gemüse sollte teilweise roh, teilweise gekocht verzehrt werden. Obst kann man auch mal durch Apfelsaftschorle oder einen frisch gepressten Orangensaft ersetzen.

In Ruhe essen – trotz Stress!

Gönne dir ein bisschen Ruhe - auch wenn der Stress noch so groß ist! Nur eine viertel Stunde. Das ist bekömmlicher und hilft dem Organismus beim regenerieren. Versorge deinen Körper regelmäßig mit Energie und Vitalstoffen. Warte nicht, bis du ausgehungert und ausgelaugt bist. Die Phasen zwischen den Mahlzeiten sollten nicht zu lange dauern, weil man bei Heißhunger oft unkontrolliert isst. Das Essen sollte nicht zu schwer und nicht zu fett sein, damit der Körper nicht zu stark belastet wird. Ansonsten muss er viel Energie in die Verdauung stecken. Sie fehlt dort, wo sie gebraucht wird. Im Kopf zum Beispiel.

Stress-Speiseplan für einen Tag

Beim Frühstück kannst du wählen zwischen

  • Brot oder Brötchen (am besten Vollkorn oder Roggen), als Belag mageren Schinken oder Frischkäse , Tomatenscheiben, Gurke, Radieschen,

  • Quark mit Honig,

  • Müsli mit frischen Früchten, Milch oder Joghurt.

Für den Snack zwischendurch:

  • Frisches Obst,

  • Joghurt,

  • Rohkost mit Quarkdip.

Mittags stehen diese Alternativen zur Auswahl:

  • Fischfilet, Reis, Gemüse, Salat,

  • Putenschnitzel, Kartoffeln, Gemüse,

  • Nudeln mit Gemüsesoße.

Dessert: Obst oder Joghurt

Nachmittags-Snack:

  • Müsliriegel,

  • Fruchtschnitte,

  • Obst,

  • Rohkost,

  • Joghurt.

Abends:

Gemischter Salat oder Rohkost, Brot oder Brötchen mit Käse, magere Wurst, Kräuterquark.

Getränke:

Mineralwasser, Fruchtsaftschorle, Kräutertees.

Lies auch den Artikel: Immunsystem stärken durch Ernährung

ImmunabwehrImmunsystem stärken durch Ernährung

Gesunde Ernährung ist gerade in Phasen hoher Belastung sehr wichtig. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie man trotz Stress lecker und gesund isst und trinkt.

Warum ist gesunde Ernährung bei Stress so wichtig?

Stresssituationen belasten den Körper und schwächen so nach und nach die Immunabwehr. Deswegen sollte man gerade dann auf eine gute Ernährung achten. Das bedeutet:

  • ausgewogene und vitaminreiche Ernährung,

  • frische Kost, viel Obst und viel Gemüse und

  • frische Zubereitung.

Es ist oft sinnvoller, sich vom Lieferdienst einen frischen Salat kommen zu lassen, als immer nur Brote, Schokolade und Kekse zu essen.

Frühstücken wie ein Kaiser...“?

Es ist auf Dauer nicht gesund, das Frühstück wegzulassen. Dann geht dem Körper schnell die Energie aus. Man sollte also morgens vernünftig essen, um den Körper vorzubereiten und mit Energie zu versorgen. Ideal ist ein Müsli oder ein Joghurt mit Haferflocken. Das kann man gut am Abend vorher schon vorbereiten.

Es ist auch nicht gesund, die großen Mahlzeit auf den Abend zu verschieben. Das belastet den Organismus. Es ist also durchaus etwas dran an alten Lebensweisheiten wie „ein voller Bauch schläft nicht gerne“.

Welche Vitamine braucht der Körper bei Stress speziell?

Unter anhaltender Belastung benötigt unser Körper besonders

  • Vitamin C,

  • Betacarotinoide,

  • Vitamin E.

Selen und Zink unterstützen außerdem beim Abbau von freien Radikalen, die in solchen Situationen vermehrt auftreten. Übrigens ist ein Vitamin alleine meistens nicht besonders hilfreich. Die Wirkung ergibt sich aus der Gesamtheit aller Vitamine. Sie ergänzen sich gegenseitig bei bestimmten Stoffwechselvorgängen.

Sind Vitaminpräparate bei Stress hilfreich?

Gerade bei großen Belastungen benötigt unser Körper zahlreiche Vitamine in hoher Dosierung. Es geht also erst einmal darum, dass man in der akuten Stresssituation ausreichend versorgt ist. Menschen, die unter Zeitmangel leiden, müssen deswegen auch einmal auf ein Vitaminpräparat zurückgreifen. Ansonsten kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

Stress - was muss ich beim Trinken beachten?

2 ½ Liter am Tag sollten es insgesamt sein. Kaffee und schwarzer Tee zählen übrigens nicht zur Flüssigkeitsbilanz. Auch stark zuckerhaltige Getränke sollte man meiden. Am besten stellt man immer eine Flasche an gut sichtbarer Stelle auf, damit man im Vorbeilaufen immer trinken kann. Empfehlenswert sind

  • Mineralwasser,

  • grüner Tee oder Früchtetee und

  • verdünnte Fruchtsäfte oder, wenn man nicht auf die Kalorien achten muss, reine Fruchtsäfte.

Weiter zum Artikel Starkes Immunsystem - Speiseplan für einen Tag

Medien DemokratieDie grundlegenden Funktionen der Medien in Demokratien

Heute ist es en vogue, die Publikationen großer Verlage ganz allgemein als "Lügenpresse" zu diffamieren. Journalisten werden selbst in Demokratien angefeindet und bedroht, in machen Regionen der Welt sogar mit dem Tode. In einigen Ländern werden Medien ganz bewusst unterdrückt, in anderen graben sie sich selbst das Wasser ab. Sie verspielen Glaubwürdigkeit, indem sie nur noch den Gesetzen des Marktes folgen und jede Sau durchs Dorf treiben, die Quote bringt.

Medien - Vierte Gewalt in der Demokratie

In einer Demokratie herrscht Gewaltenteilung. Das wird durch drei staatliche Instanzen gewährleistet:

  1. Exekutive,

  2. Legislative und

  3. Judikative

Die Medien bilden neben diesen drei Instanzen eine vierte Säule. Deswegen werden sie als Vierte Gewalt im Staate bezeichnet. Sie sind zwar keine kein politisches Gremium mit offiziellen Machtbefugnissen, besitzen aber dennoch Macht: In der Demokratie soll alle Staatsgewalt vom Volke ausgehen. Das setzt voraus, dass die wichtigsten Informationen für jeden frei zugänglich sind. Nur so können sich alle Beteiligten eine eigene Meinung zu den anstehenden politischen Fragen bilden.

  • Medien geben den Meinungen und Strömungen im Volk eine Stimme, indem sie beispielweise Kritik an bestimmten Zuständen üben.

  • Medien beeinflussen die Politik durch ihre Berichterstattung, indem sie Themen setzen und öffentliche Diskussionen anregen.

  • Medien üben in einer Demokratie Kontrolle aus, indem sie auch solche Dinge öffentlich machen, die ansonsten durch das Mäntelchen des Schweigens zugedeckt würden.

  • Medien stärken die wichtigsten Fundament einer Demokratie: Die Informationsbeschaffung und die freie Meinungsäußerung.

Spagat der Medien zwischen Kommerz und Glaubwürdigkeit

Viele Medien kämpfen heute auf einem hart umstrittenen Markt um ihr eigenes Überleben. Sie tun sich schwer mit der Unabhängigkeit. Die Themensetzung wird häufig von den finanziellen Interessen bestimmt. Dieser Konflikt wirft Fragen auf. Sie sollten dringend beantwortet werden, damit Medien nicht an Glaubwürdigkeit verlieren!

Schlechter Journalismus schadet der Demokratie

Was ist guter Journalismus?

Schlechter Journalismus im InternetSchlechter Journalismus schadet der Demokratie

Angesichts der permanenten und teilweise brutalen Medienschelte von Journalisten gegenüber Politikern wundert es niemanden, dass 2016 im Rahmen einer Allensbach-Studie fast die Hälfte der Befragten folgender Aussage zustimmte:

 

Die Politiker haben keine Ahnung. Das könnte ich besser als die.“

 

Die Verrohung der Sprache im Internet ist längst eine anerkannte Tatsache. Namhafte Journalisten, renommierte Redaktionen, diverse Verlage und Medien gehen viel zu oft mit schlechtem Beispiel voran. Medienjournalist Stefan Niggemeier brachte es bereits 2008 in seinem Blog-Beitrag „Schlechter Online“ auf den Punkt:

 

Die Verlage und Sender probieren im Internet gerade aus, ob es nicht auch mit weniger Journalismus geht."

 

Schlechter Journalismus (nicht nur) im Internet

Schlechter Journalismus resultiert vor allem daraus, dass Projekte im Internet immer noch zu wenig Profit abwerfen. Aus ökonomischen Gesichtspunkten sind Ausgaben für guten Journalismus für viele Redaktionen schlichtweg nicht rentabel. Deswegen, so Niggemeier, "sind die deutschen Online-Medien journalistisch schlechter als ihre klassischen Eltern". Von wenigen Ausnahmen abgesehen. Er macht acht Regeln aus, die für journalistische Inhalte im Internet zu gelten scheinen:

  1. Online-Journalisten müssen nicht schreiben können.

  2. Redigieren und Korrigieren ist optional.

  3. Jedes Medium wird im Internet zum Boulevard-Medium.

  4. Relevanz ist kein Kriterium.

  5. Berichtet wird, was mühelos zu recherchieren ist.

  6. Redaktion und Werbung müssen nicht so genau getrennt werden.

  7. Warum ein gutes Foto zeigen, wenn es auch 100 schlechte tun?

  8. Klicks gehen immer vor Qualität.

Schlechter Journalismus – Gefahr für die Demokratie

Medien erfüllen in Demokratien grundlegende Funktionen. Schlechter Journalismus ist eine Gefahr für die Demokratie. Derzeit wächst eine Generation heran, die guten nicht mehr von schlechtem Journalismus unterscheiden kann. Ein Alptraum für jede demokratische Gesellschaft

Zum Beitrag: Woran erkennt man schlechten Journalismus?

StorytellingWoran erkennt man schlechten Journalismus?

Die Zeiten, in denen Zeit, Spiegel & Co. automatisch mit „gutem Journalismus“ gleichgesetzt wurden, sind vorbei. Weil einzelne Journalisten, aber auch ganze Redaktionen und die Herausgeber dahinter die Kriterien des guten Journalismus aus den Augen verloren haben. Die Gründe will ich hier nicht erläutern. Doch was macht schlechten Journalismus aus? Wie erkennt man ihn?

Schlechter Journalismus ist manipulativ und verfälscht Tatsachen

Es gibt einige Kriterien, die unmittelbar ins Auge stechen. Beispielsweise zeigt sich schlechter Journalismus darin, dass Informationen Dritter unkritisch und unkommentiert wiedergegeben werden. Schlechter Journalismus schert sich nicht um Fakten, er erfindet notfalls selber welche. Hanns Joachim „Hajo“ Friedrichs, Journalist und Moderator der Tagesthemen (†1995), brachte es auf den Punkt:

Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“

Internet-Journalismus ist oft sehr schlechter Journalismus. Aber auch analoge Medien missverstehen häufig die derzeit so angesagte Methode des Storytelling gründlich. Storytelling bedeutet, trockene Materie in nette Erzählungen zu verpacken, damit sie sich leichter lesen. Storytelling bedeutet nicht, Geschichten zu erfinden!

Schlechter Journalismus macht sich gemein mit der Sache

Viele Journalisten machen sich nur all zu gemein mit der Sache, über die sie schreiben. Sie erzählen sie so, als wären sie dabei gewesen. Und sie sind (scheinbar) überall dabei. Das geschieht oft sogar aus der tiefsten Überzeugung, unparteiisch über den Dingen zu schweben. Schlechte Journalisten halten sich für neutral, sind es aber nicht. Sind Menschen nie. Das führt zum Verlust an Empathie und verleitet zu beispielsweise zu übergriffigen Interviews, bei denen zutiefst geschockten Menschen im Angesicht traumatischer Situationen Statements entlockt (oder gar in den Mund gelegt) werden.

Weiter mit Schlechter Journalismus schadet der Demokratie

Wahrhaftigkeit, Wechselseitigkeit, Vielfalt 

Wahrheit

Transparenz

Die eine Wahrheit gibt es nicht, aber es gibt so etwas wie Wahrhaftigkeit. Dazu gehört das Streben nach Wahrheit ebenso wie die Bereitschaft, für wahr Gehaltenes zu überprüfen. Die Transparenz eines guten Journalismus besteht darin, dass Quellen offengelegt werden. Ein Journalist die Frage nach der Herkunft der Informationen beantworten. Er muss sich auch fragen lassen, ob sie qualitativ einer Überprüfung standhalten. Transparenz bedeutet aber auch, Zitate nicht aus dem Zusammenhang zu reißen, sondern den Kontext (Interview, Pressekonferenz etc.) offenzulegen. Wenn Journalisten Aussagen für unglaubwürdig halten, sollten sie dies ausdrücklich hinzufügen, indem sie beispielsweise der Aussage eine andere Meinung gegenüberstellen.

Im Internet sollten Beiträge zu den Quellen verlinkt und zur Diskussion freigegeben werden. Der inhaltliche Diskurs ermöglicht gegebenenfalls die Korrektur von Irrtümern und das Ergänzen fehlender Informationen. Solche Änderungen sollten dann auch für die Nutzer nachvollziehbar sein, zum Beispiel durch entsprechende Hinweise.

Guter Journalismus trennt ganz klar zwischen Nachricht und Meinung. Auch das ist Transparenz. Nur so kann der Nutzer entscheiden, ob es sich um Tatsachendarstellungen, Einschätzungen oder Wertungen handelt.

Interaktion

Wechselseitigkeit kann zum Beispiel durch Leserbriefe oder Foren im Internet hergestellt werden. Hier überschneiden sich die Kriterien Interaktion, Transparenz und Richtigkeit. Guter Journalismus zeigt sich auch in der Kritikfähigkeit. Eine journalistischer Beitrag ist nie abgeschlossen. Hier liegt die Wahrhaftigkeit darin, dass der Urheber zulässt, dass Kommentatoren sein Produkt weiterentwickeln.

Vielfalt

Eine Redaktion sollte die Vielfalt einer Gesellschaft, ihrer Eigenheiten und Interessen abbilden. Damit ist das breite Spektrum der Themen und Ereignisse ebenso gemeint wie die bunte Palette der Menschen und ihrer Stadtpunkte.

Zum Haupbeitrag: Was ist guter Journalismus?

Zum Beitrag über Aktualität, Zugänglichkeit, Unterhaltsamkeit.

Kriterien für guten Journalismus: Aktualität, Zugänglichkeit, Unterhaltsamkeit

alte zeitungAktualität

Natürlich sollte eine Nachricht immer auch aktuellen Bezug haben. Guter Journalismus hat Politik und Gesellschaft, national und international, kontinuierlich im Blick. Das ist ohnehin selbstverständlich. Eine seiner wichtigsten Aufgaben besteht immerhin darin, dem Publikum Orientierung im dichten Dschungel der Themen Ereignisse zu verschaffen.

Aktuell ist ein Thema oder Ereignis beispielsweise in Bezug auf die zeitliche Dimension:

 

  • Ist es schon geschehen? Dann sollte zeitnah berichtet werden.
  • Wird es bald stattfinden? Es muss im angemessenen Rahmen angekündigt werden.
  • Berichte über Jubiläen, Todestage etc. ergeben sich aus dem Kalender.

Aktualität kann man aber auch selbst setzen:

  • Ein Journalist rückt neue Fakten in den Fokus.

  • Er widmet einem bestimmten Thema einen oder mehrere Beiträge bzw. verschafft ihm durch anderweitige Aktivitäten Aktualität.

  • Er hält Themen am Köcheln, indem er journalistisch aufbereitete Inhalte aktualisiert, d. h. mit neuen Inhalten anreichert.

Zugänglichkeit

Zugänglichkeit ist ein zentrales Kriterium für guten Journalismus. Journalistische Inhalte müssen für jeden zugänglich und sprachlich gut verständlich sein. Das kann man erreichen, indem man Informationen ansprechend präsentiert. Journalistische Hilfsmittel sind, je nach den technischen Möglichkeiten des Mediums, Text und Layout, Bild und Ton. Einfache Sprache hat Vorrang, Fremdworte sind zu meiden oder zu erläutern. Nachrichten sollten übersichtlich strukturiert und möglichst anschaulich dargestellt werden.

Unterhaltsamkeit

Ein guter Journalismus besitzt die Fähigkeit, auch trockene Inhalte so gestalten, dass sie Neugier und Interesse wecken. Das gelingt mittels unterhaltsamer Elemente, zum Beispiel beim so genannten Infotainment.

Zum Hauptbeitrag: Was ist guter Journalismus?

 

 

SchreibmaschineWas ist guter Journalismus?

Guter Journalismus bietet nicht nur unterhaltsame Inhalte, die ansprechend präsentiert werden. Er liefert dem Publikum auch einen echten Mehrwert – einen konkreten Nutzen, der über die Inhalte hinaus geht. Und er erfüllt ganz bestimmte Kriterien. Anhand dieser festgelegten Kriterien kann man die Qualität von Journalismus bemessen und überprüfen. Dies sind die Kriterien, die ich nachfolgend näher erläutern möchte:

Kriterien für guten Journalismus: Wertekodex, Richtigkeit und Relevanz

Wertekodex

 

Die Hauptdirektive des Guten Journalismus ist die Wahrung der Persönlichkeitsrechte. Personen, die von der Berichterstattung betroffen sind, müssen geschützt werden! Dieses Recht ist in der Verfassung verankert (Art 2 GG). Es muss immer abgewogen werden gegenüber dem Grundrecht auf freie Berichterstattung (Art. 5 GG).

Richtigkeit

Sind die Informationen inhaltlich richtig und korrekt wieder gegeben? Wurden sie genau dokumentiert? Zum Beispiel im Hinblick darauf, von welchen Personen, Institutionen oder sonstigen Quellen sie stammen? Handelt es sich um mündliche oder schriftliche Äußerungen, Auskünfte oder Stellungnahmen? Das alles sollte lückenlos festgehalten werden, um Fakten im Zweifelsfall dingfest machen zu können.

Stimmen die Aussagen in einem Beitrag mit den Sachverhalten überein, die ihnen zugrunde liegen? Wer hat die Beobachtungen gemacht? Der Journalist oder ein Augenzeuge?

Wird eine Objektivität behauptet, die aufgrund einer subjektiven Perspektive nicht gegeben sein kann? Weil einzelne Menschen immer nur einen subjektiven Ausschnitt der Realität sehen können. Ein guter Journalist versucht, sich der objektiven Wahrheit anzunähern und ist sich bewusst, dass er auf dieser Basis kein abschließendes Urteil wagen kann. Seine Aussagen sind für andere logisch nachvollziehbar und überprüfbar.

Relevanz

Ein Thema besitzt Relevanz, wenn Teile der Gesellschaft oder bestimmte Zielgruppen davon betroffen sind. Zum Beispiel, weil es (langfristig) Folgen von spürbarem Ausmaß hat. Oder weil der Sachverhalt sehr kontrovers gesehen werden kann. Manchmal auch deswegen, weil ein Ereignis überraschend eintritt oder eine prominente Person betrifft. Immer von Bedeutung sind Themen, die einen greifbaren Nutzwert oder eine konkrete Anwendbarkeit für den Nutzer haben.

Garten EdenEin Neuer Umgang mit der Macht

Macht ist zunächst ein neutraler Begriff und kann durchaus im positiven Sinne verstanden werden. Gestaltende, aufbauende Macht kann konstruktive Entwicklungen in Gang setzen. Unter einer Bedingung: Die Strategien der Macht müssen transparent sein. Eine Enttabuisierung und ein „neuer Umgang mit der Macht“ könnte nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Politik zu einer höheren Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit und damit der gesamten Gesellschaft zu nachhaltigeren ökonomischen Erfolgen und zu mehr Menschlichkeit verhelfen. [Vgl. Hoffmann, Walter: Vom Mythos Macht im Management: Ein Tabu im Umbruch?]

Das globale Versagen der Politik

Der Logik Alfred Adlers folgend kann man dem Streben nach Macht um der Macht willen nur dadurch erfolgreich begegnen, indem diesem Streben die Basis entzogen wird: das überdimensionierte Minderwertigkeitsgefühl der nach Macht Strebenden. Menschen sollten von frühester Kindheit an ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln können. Nur dann kann er die anstehenden Lebensaufgaben konstruktiv und kooperativ bewältigen. Das passiert natürlich nicht von heute auf morgen. Es sind langfristige gesamtgesellschaftliche Umlern-Prozesse notwendig. Wir werden zunächst wie immer mit Spannung verfolgen, welche Parteien bei den nächsten Wahlen das Rennen machen. Sie werden bald wieder selbst am Pranger stehen. Weil sie keine Lösungen für die anstehenden Probleme aufzeigen können und das globale Versagen der Politik nicht verhindern können.

Verantwortung übernehmen

Gleichzeitig bilden sich weltweit agierende, sich selbst organisierende, kooperative Netzwerke und operative Strukturen heraus. Sie nutzen kreativ die Freiräume, um aus einem wohl verstandenen Gemeinschaftsgefühl heraus regionale, aber auch transnationale Politiken zu betreiben. Es ist an der Zeit, Abschied zu nehmen von den „Göttern“ und selbst ein Stück Verantwortung aus Einsicht und Freiheit für die gemeinsame Zukunft zu übernehmen.